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Am Ende des Jahrtausends - zur
CeBIT 1998 - läuten
neue Speichermedien das Ende der Floppy-Disk ein
18 Jahre nach der Erfindung durch Sony steht dieses wiederbeschreibbare Speichermedium
nun vor dem Ende. Vier Wechselspeicher befinden sich am Start, um das Pfennigmedium Floppy
endgültig vom Markt zu fegen. Allen gemeinsam ist die große Speicherkapazität - und der
erheblich höhere Preis. Alle vier Laufwerke kosten zwischen 200 und 500 Mark. Ein
"altes" Floppy-Laufwerk kostet dagegen fabrikneu ca. 50 Mark. Das
eigentliche Geschäft werden die Hersteller aber mit den Wechselmedien machen. Kostet eine
Floppy-Diskette inzwischen nur Pfennige, müssen für die Konkurrenten mit der
großen Kapazität Preise zwischen 17 und 30 Mark gezahlt werden.
- Mit weltweit 30 Millionen (Stand: Ende 1999) verkauften Geräten
scheint sich Iomega mit seinem Zip-Drive die beste Startposition gesichert zu
haben. 100 bzw. 250 Megabyte Daten finden bei gleich großem Medium auf der 3,5-Zoll
großen Zip-Diskette Platz. Die Zip-Technologie arbeitet anders als die Produkte der
Wettbewerber nicht nur auf Windows-Rechnern, sondern beispielsweise auch am Macintosh oder
anderen Computern.
Rund 20 führende Computerfirmen unterstützen Zip in ihren PCs und Notebooks. Sie
erhoffen sich beim Zip-Laufwerk die größten Preissenkungspotentiale aller
Floppy-Nachfolger und setzen auf die bisherigen weltweiten Erfahrungen.
Die ZIP-Geräte gibt es seit 1995 und bis Ende 1999 wurden laut Iomega über 180 Millionen
Zip-Disketten verkauft worden.
- Compaq, 3M und Panasonic setzen auf die selbstentwickelte 120 Megabyte-"Superdisk
LS-120". Sie liest und beschreibt nicht nur eigene Medien, sondern auch
herkömmliche Disketten. Allerdings ist das Laufwerk vergleichsweise langsam - siehe auch www.imation.com.
- Sony und Fuji haben CeBIT 1998 mit der High Capacity Floppy Disk (HiFD)
den oberen Leistungsbereich des PC-Marktes in Angriff nehmen. Ihr Diskettennachfolger
bietet mit 200 Megabyte den meisten Speicherplatz und ersetzt fast 140 Disketten. Zudem
überträgt er die Daten 60mal flinker die bisherige Technologie, die das
abwärtskompatible Laufwerk dennoch akzeptiert. Anfang 1999 soll die Übertragungsrate auf
1,2 MBit/Sek. verdoppelt werden.
Das HiFD-Laufwerk gibt es als interne Version im 3½-Zoll-Format, aber auch als externes
Laufwerk fuer die parallele Schnittstelle. Ob sich die technisch überlegene HiFD gegen
gegen die etablierte Konkurrenz tatsächlich durchzusetzen kann, erscheint Mitte 1999
immer noch fraglich, denn Zip-Medien sind so gut im Markt etabliert, das immer mehr
PC-Anbieter die Iomega-Laufwerke bereits serienmaessig in ihre Rechner einbaut. Außerdem
ist es eine Frage der Lizenz-Politik seitens Sony.
- Samsung will mit dem Pro-FD
eine Alternative zu dem LS-120-Drive anbieten. Das Laufwerk bietet laut Hersteller eine
Kapazität von 123 MByte und soll abwärtskompatibel zu herkömmlichen
3,5-Zoll-Diskettenlaufwerken sein, obwohl es einen eigenen "Standard" verwendet.
Nach Angaben Samsungs soll es preisgünstiger als das LS-120-Laufwerk angeboten werden.
Das Pro-FD verwendet das magnetische "Self-Servo-Schreibsystem". Die von Samsung
angestrebte Datentransferrate von 5 MBit/Sek. läge deutlich über derjenigen der
Mitbewerber. Die Anwender sollen auch bei den Medien sparen können, die nur halb so viel
kosten sollen, wie die vergleichbarer Geräte. Allerdings soll die Pro-FD-Technologie erst
Ende 1999 auf den Markt kommen.
Einen Geburtsfehler besitzen freilich alle vier Laufwerke: Damit sie vom Computer
angesteuert werden können, muß spezielle Treibersoftware (noch) per
"Uralt"-Diskette eingespielt werden, weil nur sie ohne diese Treiber
funktioniert.
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