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Auch wenn die Geschichte des Fernsehens schon ins vorletzte Jahrhundert zurück reicht (Paul Nipkow entwickelte den "elektrischen Teleskopen" bereits 1884) - seinen Start zum Massenmedium erlebte das Fernsehen erst in der Nachkriegszeit, genauer: am 1. Weihnachtstag 1952. Nach zweijährigem Versuchsbetrieb eröffnete der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) das neue Medium, das die Zuschauer zunächst zögerlich, dann aber umso schneller und intensiver in seinen Bann zog:
Wenn man heute von Breitbild-, LCD- und Plasma-Bildschirmen, von Surroundsound-Systemen und vom digitalen, interaktiven Fernsehen mit seinen vielfältigen Möglichkeiten spricht, so zeigt dies, welch ungeheure Entwicklung - vom Programmangebot ganz abgesehen - dieses neue Medium allein auf der Geräteseite im vergangenen halben Jahrhundert genommen hat. Einen ersten richtigen Schub erhielt das Fernsehen übrigens schon wenige Monate nach der Einführung, genau am 2. Juni 1953. Als erste internationale Direktübertragung wurden die Krönungsfeierlichkeiten für Elisabeth II. übertragen. Einen zweiten Höhepunkt erlebte das Fernsehen ein Jahr später mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Bern. 1955 gab es in Deutschland bereits 200.000 angemeldete TV-Geräte. Auch die Technik entwickelte sich rasant weiter. 1954 waren die ersten Kabel-Fernbedienungen auf den Markt gekommen, 1959 gab's die ersten drahtlosen Ultraschall-Fernbedienungen. Inzwischen (1957) hatte die Zahl der Fernsehteilnehmer in der Bundesrepublik die Millionengrenze überschritten. 1963 bekam das "Erste" Konkurrenz. Am 1.4. begann das ZDF mit der Ausstrahlung seines Programms. In diesen Jahren explodierte die Zahl der Zuschauer. 1964 wurde bereits das zehnmillionste Fernsehgerät angemeldet. Drei Jahre später - genau am 25. August 1967 - fiel während der 25. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin der Startschuss für das Farbfernsehen. Ab 1975 kamen die TV-Geräte serienmäßig mit Fernbedienungen auf den Markt. 1977 startete der Videotext. Ein Jahr später sorgten die ersten Bildschirmtext-Signale in Deutschland für Aufmerksamkeit. 1981 eroberte sich die Stereophonie das Fernsehgerät. Mit dem Kabelpilotprojekt Ludwigshafen/Vorderpfalz wurden Anfang 1984 erstmals private Programme über Kabel ins Haus gebracht. Den Anfang machte Sat 1, einen Tag später folgte RTL mit bundesweitem Programm. Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre erschienen dann PRO 7, Premiere, der Kabelkanal, n-tv und das Deutsche Sportfernsehen auf den Bildschirmen. Anfang des 21. Jahrhunderts lassen sich via Satellit viele 100 und über Kabel 30 bis 40 Programme empfangen. Etwas anders sieht es noch bei der Hausantenne (dem terrestrischen Empfang) aus, doch auch hier ist Abhilfe in Sicht. Die Digitalisierung der Terrestrik wird den Nutzern bald ebenfalls Programmvielfalt und TV-Mobilität bescheren (siehe auch DVB - Digital Video Broadcast) Das Fernsehen gehört 50 Jahre nach dem Start in Deutschland zu den
Selbstverständlichkeiten, und doch beginnt jetzt mit der fortschreitenden
Digitalisierung eine neue faszinierende Entwicklung. Bis zum Jahre 2010 soll
das Fernsehen in Deutschland endgültig digitalisiert sein; mit einer
riesigen Programm- und Dienstevielfalt über breitbandige Netze, mit Video on
Demand und anderen attraktiven Service-Angeboten sowie mit allen Vorteilen
der wachsenden Konvergenz von Fernsehen, Telekommunikation und
Informationstechnik. Auch das Internet wird im Fernseher seinen festen Platz
erhalten. Last but not least wird die Interaktivität für neue
Kommunikations- und Unterhaltungsformen sorgen. Fernsehen - so scheint es -
wird gerade jetzt neu definiert. |
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