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http://www.glossar.de/glossar/z_handy.htm
Am 20. Juni 1953 führte der damalige Postminister Hans Schubert das erste
mobile Telefonat - und zwar im Rahmen der Deutschen Verkehrsausstellung in
München. Zu diesem Zeitpunkt wurden erste Testläufe mit dem so genannten
A-Netz durchgeführt, welches 5 Jahre später in den Regelbetrieb ging. Die
erste Mobilfunkeinrichtung für das A-Netz wog 16 Kilogramm und kostete 8000
Mark. Zum Vergleich:
- Der VW-Käfer, in dem dieses erste Mobilfunk-Telefonat stattfand,
kostete 5000 Mark,
- der Jahreslohn eines Arbeiters betrug etwa 7000 Mark.
Trotz des hohen Preises sollen aber während der ersten Vorführung auf der
Verkehrsausstellung bereits mehrere Vorbestellungen aufgegeben worden sein.
Das A-Netz brachte es auf etwa 850 Teilnehmer und wurde 1977
abgeschaltet. Es handelte sich um ein handvermitteltes Netz - d.h.: Wer aus
dem Festnetz heraus einen Mobilteilnehmer erreichen wollte, musste
- zunächst die Vermittlung in Düsseldorf anrufen,
- den vermuteten Standort des Mobilfunk-Teilnehmers wissen und
- seine Nummer nennen.
Die Telefonistinnen der Post versuchten dann, die Funkzelle zu finden, in
der sich der Teilnehmer aufhielt. Verließ der Teilnehmer diese Zelle mit
einem Radius von etwa 30 Kilometern, war das Gespräch beendet.
Zu den olympischen Spielen in München 1972 wurde das B-Netz
freigeschaltet, das bis zu 27.000 Mobilfunk-Teilnehmer nutzten. 1986
startete schließlich das C-Netz, in dem die Teilnehmer endlich ohne
Vermittlung telefonieren konnten. Dieses Netz beherrschte zudem das
Roaming zwischen den Zellen, und
außerdem kamen mit dem C-Netz die ersten tragbaren Mobilfunkkoffer und
"Knochen" (XXL-Handys) auf den Markt. Das flächendeckende C-Netz brachte es
auf 800.000 Teilnehmer.
1991 startete das heutige D-Netz, das auf dem digitalen Standard
GSM (Global System for Mobile
Communication) basiert und erste wirkliche Handys erlaubte (siehe
"kleine, private Handyparade" weiter unten!).
WICHTIG: Ein Handy ist nicht zu verwechseln mit einem schnurlosen Telefon für den
Hausgebrauch, das eine Basisstation voraussetzt und ans Festnetz angeschlossen ist.
Ein Handy-Geburtstag ohne Jubelfeier
(Meldung der c't vom 27.6.2002)
Die liebsten Begleiter der Bundesbürger heißen Nokia, Ericsson oder Siemens. Das
digitale Handy hat binnen zehn Jahren nach seinem Start im Juni 1992 mit seinem
unaufhaltsamen Siegeszug das Alltagsleben und die Wirtschaft verändert. Zum Jubiläum
knallen aber in der Telekommunikations-Branche keine Sektkorken: Zwar blicken
Handy-Produzenten und Netz-Betreiber stolz auf über 56 Millionen Kunden in Deutschland.
Doch der fast abgedeckte Markt, ein Rucksack voller Schulden und die wackeligen ersten
Schritte des neuen Babys UMTS lassen die Netzbetreiber
zittern. "Die Zukunft steht und fällt mit den UMTS-Inhalten. Nüchtern betrachtet,
werden von den sechs Anbietern nur vier überleben", sagt Markus Sander vom Münchner
Bankhaus Sal. Oppenheim. Er prophezeit einen scharfen Wettbewerb um die besten Plätze in
der drahtlosen Welt von morgen.
In der
letzten Juniwoche 1992 hatten in Düsseldorf die Ingenieure von Mannesmann D2 (heute
Vodafone) auf den Sendeknopf gedrückt und den Siegeszug des digitalen Global System for
Mobile Communication (GSM) gestartet. Ein
paar Tage nach Mannesmann folgte in Bonn die Deutsche Telekom mit ihrem D1-GSM-Netz. Neben
den beiden Marktführern etablierten sich bislang noch E-Plus und Viag (heute O2); Quam,
als letzter Mobilfunkanbieter gestartet, will erst mit UMTS auf ein eigenes Netz setzen
und mietet derweil GSM-Kapazitäten bei den anderen Netzbetreibern.
Die GSM-Technik konnte einen weltweiten Siegeszug antreten - selbst in den USA, wo die
Netzbetreiber lange auf andere Technik setzten, nimmt die Verbreitung von GSM-Netzen immer
weiter zu. Allerdings funken die US-amerikanischen "cellular phones" im
1900-MHz-Band, während beispielsweise in Europa die 900- und 1800-MHz-Bänder
gebräuchlich sind.
Wer damals als einer der ersten Geschäftskunden ein GSM-Handy kaufte, erntete Hohn und
Spott für die ziegelsteingroßen "Knochen". Zu schwer, zu schwache Akkus und zu
teuer, kritisierten die Experten. Der dann einsetzende Boom übertraf alle Prognosen.
Bimmelten 1998 in der Straßenbahn, beim Friseur oder auf dem Schulhof erst 14 Millionen
Handys, hatten zwei Jahre später schon 48 Millionen Deutsche den mobilen Wunderkasten in
der Jackentasche. Statistisch gesehen haben inzwischen sieben von zehn Bundesbürgern ein
Handy.
Besonders Teenager stürzten sich auf die kleinen und leistungsstarken Endgeräte.
Lehrer raufen sich seitdem die Haare, wenn bei Klassenarbeiten per SMS-Textbotschaft
blitzschnell geschummelt wird. Liebesschwüre kritzeln die Teenies im Handy-Zeitalter
nicht mehr aufs Papier, sondern senden sie der Angebeteten direkt aufs Display.
Schuldenberater warnen, dass Jugendliche heute im Schnitt jeden Monat 25 Euro für die
Handy-Rechnung berappen. Eine aktuelle Umfrage der Allensbach-Meinungsforscher ergab, dass
Mobiltelefone nach Geldautomaten und Mikrowellen die wichtigsten technischen
Errungenschaften im Alltag sind. Britische Forscher sind überzeugt, dass Designer-Handys
die Zigarette als Symbol der Coolness ersetzen könnten.
"Das Konzept der Telefonzelle in der Hosentasche war der Schlüssel zum
GSM-Erfolg", meint der Sprecher der Bonner Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post (RegTP), Harald Dörr. Auch UMTS könne allen Unkenrufen zum
Trotz ein Renner werden: "Vom Großunternehmer bis zum Bäcker will keiner mehr auf
die mobile Datenübertragung verzichten." Damit der GSM-Boom auch die neue
Mobilfunk-Generation beflügelt, sollten die UMTS-Anbieter aber nach Ansicht von
Verbraucherschützern die Kunden nicht nur mit bunten Bildern, sondern auch mit
Sonder-Tarifen ins Boot holen. "Die Preise müssen auf dem Teppich bleiben, sonst
erleben wir Flops wie bei WAP und keiner wechselt zu UMTS", mahnt der Chef des
Deutschen Verbands für Post und Telekommunikation, Manfred Herresthal.
Die Netzbetreiber stehen enorm unter Druck: Die Lizenzgewinner Vodafone, Telekom,
E-Plus, O2 (Viag), Mobilcom und Quam haben vor zwei Jahren einen hohen Eintrittspreis in
das angebliche Wunderland UMTS gezahlt. Bei der teuersten Auktion aller Zeiten legten sie
insgesamt 50,8 Milliarden Euro auf den Tisch des Bundesfinanzministers. Auch wenn der
Massenstart von UMTS wohl später als einst gedacht erfolgen wird, bauen die Anbieter auf
die dritte Mobilfunk-Generation in Deutschland. Wie heute ABS beim Auto, werde beim Handy
"künftig UMTS serienmäßig sein", meint der Chef der Deutschen Telekom, Ron
Sommer.
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Abzocke
mit Logos, Klingeltönen und Telefon-Sex-Hotline
(Meldung der Verbraucherzentrale Brandenburg
vom 31.12.2001)
Vor einer dreisten Abzocke mit Handy-Logos und -Klingeltönen sowie einer Sexhotline
warnen Verbraucherzentralen. Zuhauf liegen den Verbraucherschützern Beschwerden über die
Hamburger Firma IBC vor. Demnach
bietet die Firma etwa Klingeltöne und Logos für Handys zu horrenden Preisen an: In der
Regel kostet das Herunterladen eines einzigen Logos rund 25 Mark.
Vor allem Kinder und Jugendliche, die sich die IBC-Nummer untereinander weitergeben und
so nichts über die Kosten erfahren, werden mit IBC-Forderungen von teils bis zu mehreren
Hundert Mark drangsaliert.
Damit nicht genug. Verbraucher klagen zudem über IBC-Rechnungen für angebliche
Sex-Telefonate sowie angeblich telefonisch abgeschlossenen Abos für eine Sex-Hotline.
Wem eine unberechtigte Rechnung ins Haus flattert, der sollte keinesfalls zahlen, raten
Verbraucherschützer. Für Minderjährige gilt: Ohne Einwilligung des gesetzliches
Vertreters können mit Kindern keine Verträge abgeschlossen werden.
Gegen die Machenschaften der Firma IBC können sich betroffene Verbraucher mit einem
Musterbrief (Download)
zur Wehr setzen. |
Gründächer
und Lehmgewölbe bieten idealen Schutz gegen elektromagnetische Wellen
(Meldung der BAULINKS
vom 25.6.2001)
Begrünte Dächer und Lehmbauten bieten einen effektiven Schutz gegen
elektromagnetische Wellen, wie sie etwa von Mobilfunksendeanlagen ausgehen. Zu diesem
Ergebnis kommen neue Messungen, die im Auftrag des Forschungslabors für Experimentelles
Bauen der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) am Institut für Hochfrequenz-,
Mikrowellen- und Radartechnik der Universität der Bundeswehr, München, durchgeführt
wurden.
Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke, der das Kasseler Forschungslabor für Experimentelles
Bauen leitet und ein international ausgewiesener Fachmann für Lehmbauten und
experimentelles Bauen ist, sieht sich in seinem Forschungsansatz, den "alten"
Baustoff Lehm für moderne Bauten zu nutzen, bestätigt. Schließlich böten Lehmbauten
nicht nur ein ideales Innenraumklima und reduzierten mit anderen ökologisch sinnvollen
Bauelementen den Energieeinsatz. Jetzt sei zudem belegt, dass die von vielen Menschen
gefürchteten, von Mobilfunksendeanlagen ausgehende elektromagnetische Wellen durch
Lehmbauten und Grasdächer abgehalten würden. "Die Gesundheitsgefährdung durch
elektromagnetische Wellen beschäftigt immer mehr Behörden und Gerichte. So wurde
beispielsweise vom Amtsgericht Freiburg der Betrieb einer von der Telekom geplanten
Mobilfunksendeanlage auf einem Haus verboten Das Gericht sah in der Basisstation
"eine akute Gesundheitsgefährdung des Mieters", der fünf Meter von der Anlage
entfernt wohnt", wie Minke aus einem Zeitungsbericht zitiert (Bericht der Badische
Zeitung, Freiburg, vom 22.12.2000).
Alle, die sich gegen hochfrequente Strahlungen von außen abschirmen wollen, sind unter
einem Lehmtonnengewölbe mit Grasdach ideal aufgehoben, so Minke weiter. Die
Untersuchungen der Strahlungswirkungen bei Lehmbau und Gründach im Münchner Institut
für Hochfrequenztechnik der Bundeswehr-Hochschule (1) habe eine fast
hundertprozentige Abschirmung nach innen belegt.
Die Untersuchungsergebnisse im Einzelnen:
- Gründächer mit 15 cm Leichtsubstrat haben für die Frequenzbereiche von 1,8 bis 1,9
GHz des Mobilfunk-E-Netzes und der schnurlosen DECT-Telefone
eine Strahlungsdämpfung von ca. 22 dB = 99,4 % ergeben. Lehmgewölbe mit
Grasdachabdeckung ergeben sogar ca. 49 dB = 99,999%. - vergl. Grafik
(nur online verfügbar)
- Für die UMTS-Frequenzen der zukünftigen
Mobilfunkgeneration ab 2002, die im Frequenzbereich von 1,92 bis 2,17 GHz liegen, ergibt
sich eine noch etwas bessere Abschirmung. Für Richtfunkwellen im 4 GHz-Bereich ergeben
sich dafür sogar 60 dB = 99,9999 % Abschirmung, vergleiche nebenstehende Abbildung.
- Zum Vergleich: Bei konventionellen Baustoffen, etwa einem üblichen Ziegeldach, beträgt
die Abschirmung lt. Messungen von Pauli und Moldan (1) in den
Frequenzbereichen von E-Netz und UMTS nur etwa 3 dB, also rund 50 Prozent.
"Wer sich also gegen hochfrequente Strahlungen von außen schützen will, ist
unter einem Lehmtonnengewölbe mit Grasdachabdeckung ideal abgeschirmt", so Prof.
Minke. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass keine Türöffnungen zu bestehenden
Basisstationen hin ausgerichtet sind oder dass diese Türen eine metallische Beschichtung
oder eine metallische Fliegengitterdoppeltür aufweisen. Ferner sollte die innere Schale
der Außenwände aus einer 24 cm dicken Schicht aus Lehmsteinen oder Blähtonleichtlehm
mit einer Rohdichte von mindestens 800 kg/m³ bestehen. Wie die Messergebnisse zeigen,
haben gleich dicke Schichten aus Kalk-Sandstein und Hochlochziegeln im Verhältnis zu
Lehmsteinen eine wesentlich schlechtere Abschirmwirkung.
Für Handwerker und Bauherren verweist Minke darauf, dass bei Fensteröffnungen die nur
geringe Abschirmwirkung von einfachen Isolierverglasungen und Holzrahmen beachtete werden
müsse. Eine Abschirmung von ca. 30 dB = 99,9 % lässt sich aber mit einer modernen
Wärmedämmverglasung aufgrund deren Edelmetallbedampfung erreichen. Noch bessere Werte
werden mit 3-Scheiben-Verglasungen und mit metallischem Fliegengitter mit 1 x 1mm Maschen
erreicht. Ein Reflektor-Sonnenrollo für Dachflächenfenster brachte sogar in allen
Frequenzbereichen nahezu konstante Abschirmwerte von 37 dB = 99,98 % . Sollen auch die
Fensterrahmen abschirmen, so sind Holz-Aluminium-Verbundrahmen empfehlenswert.
Doch wer sein Haus ausreichend gegen hochfrequente Strahlen von außen abgeschirmt hat,
so GhK-Professor Gernot Minke weiter, sollte sich aber im Innern nicht den hochfrequenten
Wellen eines schnurlosen DECT-Telefons aussetzen. Auch dazu hätten die Münchner
Untersuchungen deutliche Ergebnisse erbracht: Da die DECT-Basisstation dauernd gepulste
Strahlung aussendet, könne diese eine erhebliche gesundheitliche Belastung darstellen.
Ist eine solche Station im Haus installiert, so sollte sie in einem möglichst großen
Abstand zu Schlaf- und Arbeitsplätzen stehen, oder diese Plätze sollten durch eine
Lehmwand abgeschirmt sein. Noch besser sei, sich ein schnurloses Telefon mit dem nicht
schädlichen analogen CT1+-Standard anzuschaffen, das heute aber kaum noch zu finden ist.
___
1) Pauli, P.; Moldan, D.: Reduzierung hochfrequenter Strahlung im
Bauwesen, Eigenverlag 2000. Am Henkelsee 13, 97346 Iphofen
siehe auch:
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Mit DoS-Attacken gegen Handy-Diebe
(Meldung vom 27.3.2001)
Mit einer ungewöhnlichen Aktion geht die holländische Polizei in Amsterdam gegen
Handy-Diebe vor. Wie das eZine
"Futurezone" berichtet, bombardiert die Polizei die gestohlenen Handys mit
zahllosen Nachrichten via SMS. Die Gesetzeshüter aus
Amsterdam wollen so die Handys blockieren und damit verhindern, dass die Mobil-Telefone
weiter verwendet oder verkauft werden. Die Polizei teilte mit, daß ein Rechner
Botschaften an die gestohlenen Handy verschicke, und zwar alle drei Minuten mit einem
eigens für diese Aktion entwickelten Programm. Die Nachricht, die die Diebe zu lesen
bekommen lautet: "Dieses Handy ist gestohlen. Kaufen und Verkaufen ist verboten. Die
Polizei".
Die SIM-Card auszutauschen, würde nicht vor der Flut der SMS-Mitteilungen schützen,
so die Ordnungshüter. Denn das eingesetzte Programm richte sich an die unveränderliche
IMEI (International Mobile Station Equipment Identity), der Seriennummer des Handy, und
nicht an die SIM-Card.
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Diskussion zwischen Hysterie
und Bagatellisierung
Elektrosmog: Restrisiko bleibt
(Meldung von c't vom 29.6.2000)
Man kann ihn weder riechen, sehen noch schmecken: Elektrosmog, verursacht durch
elektromagnetische Felder. Ob und wann er für Menschen schädlich ist, wird immer wieder
kontrovers diskutiert. Den Status quo der Untersuchungen beschreibt das Computermagazin
c't in seiner Ausgabe 14/00.
In unseren Haushalten sind immer mehr High-Tech-Geräte im Einsatz. Doch Handys und
Schnurlostelefone, Mikrowellengeräte, Babyfone, Alarmanlagen, Fernsehgeräte und
Computermonitore sind nicht nur nützliche Helfer, sondern auch Strahlungsquellen
elektromagnetischer Felder und damit Erzeuger von Elektrosmog. Außerhalb der eigenen vier
Wände führt insbesondere der flächendeckende Ausbau des Mobilfunks dazu, dass die hoch
frequente elektromagnetische Strahlenbelastung steigt.
Während Kritiker erhebliche Gesundheitsrisiken befürchten, geht die Wissenschaft
bislang von einer geringen Belastung der Allgemeinheit aus. Zu diesem Schluss kommt auch
die Independent Expert Group on Mobile Phones (IEGMP)
in ihrem im Mai 2000 veröffentlichen Report zum Thema Gesundheitsrisiken der
Mobiltelefonie.
Allerdings, mahnen die Briten, gibt es deutliche Anzeichen, dass die Strahlung mit
Intensitäten unterhalb der gültigen Grenzwerte direkte, kurzfristige Einflüsse auf die
Hirnstromaktivitäten und die kognitiven Funktionen des Gehirns hat. Vor allem Kinder sind
auf Grund ihrer dünneren Schädeldecke und des sich noch entwickelnden Nervensystems
gefährdet. Daher müsse die Mobilfunkbranche schon jetzt in die Pflicht genommen werden
und auf das Vorsorgeprinzip setzen, bis es fundierte Erkenntnisse gibt.
So fordern die Experten beispielsweise, dass Mobilfunkbetreiber Kinder als Zielgruppe
von ihren Marketingaktivitäten ausnehmen. Handyhersteller sollten sich auf
standardisierte Tests zur Strahlenbelastung verständigen und Messergebnisse auf den
Endgeräten angeben, damit die Verbraucher eine bewusstere Kaufentscheidung treffen
können. Außerdem sollte die Errichtung von Basisstationen in Wohngebieten gründlich
geprüft werden.
Epidemiologische Auffälligkeiten zwischen der Handynutzung und der Häufigkeit von
Krebserkrankungen sind bisher nicht beobachtet worden, aber die Erforschung von
Langfrist-Effekten steckt erst in den Kinderschuhen. Ein internationales EMF-Projekt, das
1996 von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiiert wurde, soll Aufschluss über
Langzeitrisiken geben. An mehr als 6000 Probanden werden so genannte Fall-Kontroll-Studien
durchgeführt. Erste Ergebnisse sind hier jedoch erst in 2003 oder 2004 zu erwarten. Bis
dahin müssen Handy-User mit der Ungewissheit leben.
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Schulden für das
Statussymbol:
Mehr als 1,5 Millionen Handy-Nutzer zahlen ihre Mobilfunkrechnung nicht
(Meldung von Mummert + Partner Unternehmensberatung
vom 14.6.2000)
Mehr als 1,5 Millionen Handynutzer besitzen das vermeintliche Statussymbol, ohne es
sich leisten zu können. Forderungen in Höhe von 750 Millionen DM (rund
385 Millionen Euro) müssen die
Mobilfunkunternehmen in diesem Jahr abschreiben, prognostiziert die Mummert + Partner
Unternehmensberatung. Das sind im Schnitt 3,5 Prozent des Umsatzes. Die Spitzenreiter der
Branche verlieren sogar bis zu acht Prozent ihres Umsatzes durch zahlungsunfähige
Mobiltelefonierer. "Bei professioneller Prüfung der Zahlungsfähigkeit sowie
effizienter Betrugserkennung lassen sich die Forderungsausfälle halbieren", sagt der
Experte für Forderungsmanagement Peter Quistorf.
Bislang setzen jedoch zu wenige Mobilfunkgesellschaften auf eine systematische
Bonitätsprüfung. Die Maßstäbe hierfür sollten unternehmensindividuell in enger
Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und dem Forderungsmanagement festgelegt werden.
Ein häufiges Problem: der Zielkonflikt zwischen diesen Abteilungen. Marketing und
Vertrieb wollen möglichst viele Vertragsabschlüsse erzielen, während das
Forderungsmanagement auf eine restriktive Handy-Freischaltung drängt. Die Möglichkeiten
der Online-Informationsbeschaffung über diverse Datenbanken werden nicht ausreichend
genutzt. Der Umfang der Freischaltung sollte vom Ergebnis dieser Bonitätsprüfung
abhängen: Kunden mit hoher Bonität erhalten eine vollständige Freischaltung des Handys.
Weniger liquiden Kunden wird ein Vertrag ohne Auslandsfreischaltung oder lediglich eine
Prepaid-Karte angeboten.
Ein weiteres Problem der Mobilfunkunternehmen sind organisierte Banden, die sich
Mobilfunkverträge erschleichen und im großen Stil missbrauchen - zum Beispiel für teure
Auslandstelefonate. Mit moderner Software zur Analyse von Gesprächsdaten ist heute die
Identifikation potenzieller Betrugs- oder Risikogruppen möglich. Die Installation dieser
Software ist allerdings mit hohem Aufwand verbunden, den viele Gesellschaften bislang
scheuen, obwohl sich die Investitionskosten innerhalb kürzester Zeit amortisieren.
Gleichzeitig wird die Optimierung der internen Kundenverwaltung vernachlässigt. Dies
führt zu unnötig langen Durchlaufzeiten, die eine rechtzeitige Erkennung von
zahlungsschwachen Kunden und Betrügern erschweren. In Einzelfällen ist es möglich, ein
Handy trotz offener Rechnungen bis zu 90 Tage uneingeschränkt zu nutzen - genug Zeit, um
mehrere tausend DM/Euro Schaden anzurichten. |
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