i-mode auf dem Weg zum Erfolg
(Meldung vom Electronic Commerce
Forum e.V. (eco) vom 9.4.2002)
i-mode, die neue Norm für das schnelle Surfen im mobilen Internet, wird ein Erfolg in
Deutschland. Diese Einschätzung vertreten zumindest die Mehrzahl der
Mobilkommunikationsexperten hierzulande, wie eine Umfrage des Verbandes der deutschen
Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln), ergeben hat. Demnach
schreiben 70 Prozent der Fachleute i-mode das Potenzial für eine erfolgreiche
Marktentwicklung zu. Allerdings: Beachtliche 28 Prozent sagen dem neuen Dienst für
Internet-Handys einen Flop voraus. "i-mode ist ein proprietärer Service. Es stellt
sich die große Frage ob E-Plus einen ähnlich großen Marktdruck in Deutschland erzeugen
kann, wie der Marktführer NTT in Japan," gibt Dr. Bettina Horster, Leiterin des
Arbeitskreises M-Commerce im eco-Verband und Vorstand der VIVAI Software AG, zu bedenken.
Als wichtigsten Erfolgsfaktor von i-mode stufen die Experten das Geschäftsmodell ein:
89 Prozent meinen, dass das attraktive Konditionenmodell (86 Prozent des Umsatzes gehen an
die Servicebetreiber und nur 14 Prozent an den Mobilfunkbetreiber) viele Anbieter von
Services überzeugen wird, qualitativ hochwertige Dienste anzubieten. Daher profitieren
die Anbieter mobiler Dienste wie zum Beispiel Spieleentwickler auch am stärksten von
i-mode, meinen 52 Prozent der von eco befragten Experten. 35 Prozent halten den Standard
und vor allem die farbige Darstellung von i-mode für erfolgsrelevant. Nur 17 Prozent
vertreten die Überzeugung, dass technische Hürden i-mode zu Fall bringen könnten. Die
meisten Sorgen machen den von eco befragten Experten allerdings die Endgeräte.
Nachdem Nokia offiziell erklärt hat, keine Endgeräte für i-mode zu fertigen, bleiben
als Ausrüster nur Nischenanbieter wie bspw. NEC und Toshiba übrig. Gut ein Drittel (34
Prozent) stufen dies als kritisch ein. Deutlich über die Hälfte (58 Prozent) der
Spezialisten halten die mangelnde Verfügbarkeit von Endgeräten für ein Hauptproblem von
i-mode. Ein knappes Viertel (24 Prozent) stufen auch den aus Japan nach Europa
importierten "proprietären" Standard an sich als problematisch ein. Die
Mehrzahl der Fachleute erwarten von i-mode jedenfalls keine ernsthafte Bedrohung für die
standardisierten GPRS-WAP oder gar UMTS-Services. i-mode wird auch nicht zugetraut, dass
es den Services, die mit MMS veredelt werden, den Rang ablaufen kann. Nur 15 Prozent sehen
negative Einflüsse auf die künftige UMTS-Entwicklung durch i-mode. 10 Prozent glauben,
dass i-mode die Entwicklung von GPRS-WAP beeinträchtigen wird.
Als wichtigste Anwendungen für i-mode stufen die von eco kontaktierten Experten ein:
Spiele (26 Prozent), Kommunikation (zum Beispiel Mobile Chat, Messenger; 23 Prozent),
Bild-Anwendungen (zum Beispiel mobiles Fotoalbum; 21 Prozent) und standortabhängige
Informationsdienste (Location-based Services; 19 Prozent). Im Geschäftsleben werden nach
Einschätzung der Experten vor allem Finanzdienstleistungen dominieren (13 Prozent).
Andere geschäftliche Anwendungen werden von den Fachleuten nicht als relevant für i-mode
eingestuft. 21 Prozent der Fachleute sehen in erster Linie die Netzbetreiber als die
Gewinner der neuen Technologie. 16 Prozent sind der Meinung, dass i-mode primär den
Interessen der Handyhersteller entgegenkommt. Die Gefahr, dass vor allem die japanischen
Hersteller von dem aus Japan stammenden i-mode-Standard profitieren werden, sehen nur 3
Prozent der von eco kontaktierten Fachleute. Fast jeder fünfte Experte (19 Prozent)
vertritt die Ansicht, dass die Verbraucher die eigentlichen Nutznießer von i-mode sind,
weil sie damit unterwegs schneller und einfacher auf Inhalte des mobilen Internet
zugreifen können.
Die meisten Fachleute (43 Prozent) billigen i-mode in Europa bis zum Jahr 2005 einen
Marktanteil von 10 bis maximal 25 Prozent zu. 38 Prozent glauben, dass der in Japan
überaus erfolgreiche Standard für das mobile Internet in Europa die Marke von 10 Prozent
Marktanteil nicht überspringen wird. 15 Prozent der Experten geben i-mode eine Chance auf
mehr als 25 Prozent Marktanteil in Europa bis 2005. Über die Hälfte der Spezialisten (53
Prozent) glauben allerdings nicht, dass sich i-mode erfolgreicher als die ebenfalls neue
Norm MMS (Multimedia Messaging Service) entwickeln wird, hat eco ermittelt. eco Electronic
Commerce Forum e.V. (www.eco.de) ist der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland.
Ziel ist, die kommerzielle Nutzung des Internets voranzutreiben, um die Position
Deutschlands in der Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu
stärken. eco Forum e.V. versteht sich als Interessenvertretung der deutschen
Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in
internationalen Gremien.
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Kunden innerhalb eines Jahres
vervierfacht:
20 Millionen Japaner nutzen i-Mode
(Meldung vom ComputerChannel
vom 5.3.2001)
Das japanische TK-Unternehmen NTT Docomo hat die Kunden seines
"i-Mode"-Service innerhalb eines Jahres vervierfacht und zählt nun 20 Millionen
User. Mit i-mode können Nutzer per Handy ins Internet
gehen und unter anderem E-Mails aus dem weltweiten Datennetz abrufen.
i-mode war im Februar 1999 an den Start gegangen und fand anders als die in Europa
verfügbaren WAP-Dienste großen Anklang bei den
Mobilfunkkunden. In Deutschland will der Netzbetreiber E-Plus, eine Tochterfirma der
holländischen KPN, Ende des Jahres Dienste über das Übertragungsprotokoll i-mode
anbieten. Im Januar hatte die Telecom Italia Mobile, KPN und NTT Docomo eine
Zusammenarbeit angekündigt, um den Handy-Dienst in Europa zu verbreiten. |