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Ein Passivhaus benötigt nur 10 Prozent der Heizwärme eines konventionellen Gebäudes, es spart damit nicht nur Heizkosten, sondern belastet auch die Umwelt kaum noch. Gleichzeitig hat es einen spürbar verbesserten Wohnkomfort mit hoher Behaglichkeit. Das wird mit drei Komponenten erreicht

  • eine extrem gut gedämmte Gebäudehülle
  • die Nutzung der Sonnenenergie durch bestmögliche Verglasungen (passive Sonnenenergie)
  • hochwirksame Wärmerückgewinnung (Abluft)

Definition: Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses darf 15 kWh/(m²a) nicht überschreiten. Zum Vergleich: Heizwärmebedarf nach Wärmeschutzverordnung (WSVO 95) 100 kWh/(m²a). Heizwärmebedarf Niedrigenergiehaus 75kWh/(m²a).

"Haus ohne Heizung" wird das Passivhaus oft genannt, das ist nicht ganz richtig: Zwar benötigt ein Passivhaus tatsächlich keine separate Heizung mit Heizkörpern und Wärmeverteilleitungen mehr, aber einen - wenn auch sehr geringen - Heizwärmebedarf hat es noch. Dieser Heizwärmebedarf von umgerechnet 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr kann bequem über die ohnehin vorhandene Komfortlüftung zugeführt werden, es ist also keine zusätzliche Wärmeverteilung mehr erforderlich.

Denn anders als in herkömmlichen Gebäuden, wo ständig sehr viel Wärme über Außenwände, Fenster und Dach verloren geht, wird im Passivhaus die Wärme im Haus zurückgehalten: Wie ein warmer Schlafsack umgibt eine dicke Schicht von Wärmedämmung das Gebäude. Fenster mit einer spezieller Verglasung sowie einem gut gedämmten Rahmen lassen die Sonnenenergie herein, aber nur wenig Wärme hinaus. Auch die Komfortlüftung, die für gute Raumluft sorgt, hat eine Wärmerückgewinnung, die mindestens 80 Prozent der Wärme aus der verbrauchten Luft zurückholt.

Alle diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Wärme im Passivhaus bleibt und die durch die Fenster hereinkommende Sonnenenergie sowie die Wärmeabgabe der Haushaltsgeräte und der Bewohner (ca. 80 Watt pro Person) ausreichen, um das Haus die längste Zeit des Jahres angenehm warm zu halten. Durch den extrem niedrigen Wärmebedarf ist es möglich, den Energieverbrauch eines Passivhauses mit erneuerbaren Energiequellen, wie z.B. Windkraft, zu kompensieren.

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